Dienstag, 6. Juli 2010

Harte Arbeit für Nachhaltigkeit -

12-Klässler besuchen Höfe der Regionalwert AG


Es war interessant zu sehen, was nachhaltige Landwirtschaft bedeutet. Ich möchte das gerne unterstützen“, resümiert Sarah Flechsenhar den Besuch der Demeter-Gärtnerei Querbeet in Eichstetten.

Nachhaltige Landwirtschaft heißt nicht nur, dass ohne Pestizide und Gentechnik angebaut wird. „Nachhaltige Landwirtschaft ist auch gerechter, da höhere Löhne gezahlt werden“, so Sarah. Auch ihre Mitschülerin Samira Schäufelder hat wichtige Denkanstöße bekommen: „Ich werde jetzt ein Auge drauf haben: Wo kommt das Produkt her?“

Es gibt viele kleine Rädchen für das große Ziel Nachhaltigkeit. Wichtig ist, sich immer zu fragen: Wann kann ich wie an einem dieser Rädchen drehen?“, erläutert Karin Kook, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Regionalwwert AG. Sie begleitet neben Cornelia Petrick-Hering die 12 Schülerinnen und Schüler aus dem Kurs Wirtschaftsgeografie. In der Regionalwert AG haben sich mehrere Höfe zusammen- geschlossen, um gemeinsam am Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten mitzuwirken. So werden zum Beispiel eigene Futtermittel produziert. „Unsere Partnerunternehmen stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sie arbeiten vielmehr daran, sich zu ergänzen“, erzählt Kook.

Als nächstes steht für die 12-Klässler ein Besuch des Milchvieh- stalls Groos/ Piroth an. Landwirt Sebastian Groos erklärt äußerst anschaulich, was sein Hof von anderen unterscheidet. Soll eine Kuh geschlachtet werden, begleitet er sie bis zum letzten Moment. „Dem Landwirt hat man es angemerkt, wie wichtig ihm das Verhältnis zu den Tieren ist. Ich finde es gut, Tiere nicht nur als Produkte anzusehen“, erzählt Maximilian Marshaal.

Später auf dem Feld verteilt Jannis Zentler, Mitarbeiter in der Gärtnerei Querbeet, kleine Messer an die Schülerinnen und Schüler und erklärt das Prozedere: Die kleinen Chicorée-Pflanzen sollen vom umliegenden Unkraut befreit werden. Eine harte Arbeit, wie sich schnell herausstellt. „Die Schüler erleben, wie sehr man für die Ernte kämpfen muss, welche langen Prozesse hier am Werk sind“, erläutert Zentler. So sei es schließlich auch nicht verwunderlich, warum nachhaltige Produkte so teuer sind. „In einer Stunde haben wir gerade mal ein Fünftel des Feldes geschafft“, erzählt Lutz Kästler. Trotz der harten Arbeit freuen sich die Schülerinnen und Schüler über die Praxisnähe des heutigen Schultages.


Bericht: Jonas Kassner, ANGELL Akademie Freiburg GmbH
Fotos: Karin Kook